Vokaltöne – Die Sechs Heiligen Laute  
   
 
n vielen spirituell ausgerichteten Körperübungen wird der Bedeutung von Atem und Klang eine große Beachtung geschenkt. Die Hopi sind der Meinung, dass eine der großen Welten ihrer Mythologie untergegangen sei, weil die Menschen nicht mehr auf die Berge stiegen, um in die Weite zu tönen. Die Traditionelle Chinesische Medizin (TCM) sieht einen unmittelbaren Zusammenhang von energetischen Blockierungen und emotionalen Missstimmungen. Die TCM ist der Ansicht, dass mit den Sechs Heilenden Lauten die Ableitung überschüssiger Hitze durch das Verdauungssystem, die Speiseröhre und den Mund angeregt wird. So entstünde ein Temperaturausgleich des Organismus, der eine emotionale Ausgeglichenheit zur Folge habe.

Ich arbeite seit über 30 Jahren mit Vokaltönen und Mantras, habe von LehrerInnen anderer Kulturen in dieser Hinsicht sehr viel gelernt und doch im Laufe der Zeit ein eigenes Repertoire entwickelt, das meiner Muttersprache lautmalerisch angeglichen ist. Die Vokale U - O - A - E - I und die Umlaute Ü, Ö und Ä wirken sich mit ihren feinen Schwingungen auf die Zellmembranen des Organismus aus. Tönen, Singen und Summen bewirkt mit seinen Klängen ein freies Fließen der Energie, somit eine Stärkung und Harmonisierung des gesamten Organismus, mit einem Wort – des gesamten Menschen.
 
 

er dunkelste Vokal, das U stärkt die Organe des Beckens und
den Raum der Gebärmutter, die Quelle der weiblichen Kreativität.
Das tiefe Ü wirkt sich auf die Nieren und auf die Beziehungs- und
Entscheidungsfähigkeit aus. Der Vokal O durchströmt den Bauchraum,
wirkt auf den Stoffwechselprozess, d.h. im tiefsten Sinne der Bedeutung
auf die Persönlichkeitsentfaltung. Der Vokal A durchdringt mit seinen
Schwingungen die Lunge und das Herz, er weitet den Brustkorb und
stärkt den Atem. Das volltönende A strömt in die Ferne, über alle Berge,
verleiht dem Herzen Weite und Wärme und damit ein warmes Interesse
an Anderen und Anderem. Das E schwingt durch die Schilddrüse und
bewirkt, die Lebensenergie, das Qi, angemessen zu verteilen, nicht nur
im eigenen Körper sondern auch im Verhältnis zu anderen Menschen.
Das helle Ü durchflutet Nase- und Stirnhöhlen, stärkt die Sinnesorgane,
stellt leicht die Verbindung zu dem hohen, durchdringenden Vokal I her,
der auf das Gehirn wirkt, den Verstand und das Bewusstsein stärkt und
dafür sorgt, alle Sinne beieinander zu haben oder auch, sich sozial
verträglich zu verhalten.



Vokaltönen
bei der Ausrufung des
Jahrtausends der Frau
auf dem Fest der 1000 Frauen
Hambacher Schloss
in der Pfalz, 2000